Mischverseifung – Seife sieden mit NaOH und KOH

Nachdem ich bereits einige Seifen im Kaltverfahren (Cold Process – CP) gesiedet hatte und mich nach neuen Rezepten umsah, stolperte ich über die mysteriöse Mischverseifung. 🤔

Zunächst zweifelte ich daran, dass die Verseifung mit einer Kombination aus NaOH und KOH große Vorteile hat. Denn auch mit NaOH kann man ganz fantastische Naturseifen sieden.

Nach einer kurzen Recherche war der Hauptgrund für Mischverseifung jedoch klar: Schaum. Viel Schaum. Richtige Schaumberge sollen dank Mischverseifung möglich sein!

Und schon war meine Neugier geweckt. 😁

Was zum Teufel ist Mischverseifung?

Normalerweise stellen wir die Lauge für die Verseifung der Öle und Buttern mit Wasser (oder Milch, Tee, Essige, etc.) und NaOH also Natriumhydroxid her.

Bei der Herstellung mit Mischverseifung wird ein Teil des NaOH durch KOH ersetzt. Die genaue Menge von KOH muss im Seifenrechner oder per Hand sorgfältig errechnet werden.

Bitte nicht NaOH und KOH 1:1 austauschen!

NatriumhydroxidKaliumhydroxid
VerwendungBestandteil von Abflussreinigern & zur Herstellung von Seife im CP VerfahrenIn Backofenreinigern und Rohrreinigungsmitteln enthalten & zur Herstellung von Schmierseife
FormelNaOHKOH
BezeichnungÄtznatronÄtzkali
LaugeNatronlaugeKalilauge
Wikipediahttps://de.wikipedia.org/wiki/Natriumhydroxidhttps://de.wikipedia.org/wiki/Kaliumhydroxid
Amazon*https://amzn.to/3lAYJPQhttps://amzn.to/3hIwUDS

Vorteile und Nachteile der Mischverseifung

Den Vorteil der Mischverseifung kennen wir bereits: Es entsteht bei gleichem Rezept einfach mehr Schaum. Dies hat den weiteren Vorteil, dass wir bei Bedarf die Menge an Schaumfett reduzieren können.

Tipp: Insbesondere wenn Du mit Kokosöl* als Schaumfett arbeitetest, können hohe Dosierungen über 25 % die Haut austrocknen.

Der Nachteil beim Einsatz von Kaliumhydroxid ist, dass es die Seife weicher macht. Je höher die Menge an KOH in Deinem Rezept ist, desto weicher wird die fertige Seife. Dies ist auch der Grund warum Schmierseife mit KOH hergestellt wird.

Entscheidend ist also die Einsatzmenge beziehungsweise das Verhältnis von Natriumhydroxid zu Kaliumhydroxid.

Verhältnis NaOH zu KOH: Feste Seifen trotz Mischverseifung

Je nach gewünschtem Effekt und Seifenrezept sind NaOH:KOH Verhältnisse von zum Beispiel 90:10, 70:30 oder sogar 50:50 sinnvoll. Wichtig ist, dass die Seife trotz Mischverseifung nicht zu weich und schmierig wird.

Tipp: Wenn Du auf ein vorhandenes Rezept mit Mischverseifung zurückgreifst, ist dort in der Regel bereits ein gutes Mischungsverhältnis enthalten. 

Ob eine Seife eher weich oder fest wird, hängt vor allem von den verwendeten Ölen und Buttern ab. Eine gute Übersicht über die Eigenschaften der beliebtesten Öle findest Du hier.

Seife sieden mit NaOH und KOH

Wenn Du nicht genau weißt, wie der Anteil an NaOH und KOH bei der Mischverseifung zu berechnen ist, nutze einen guten Seifenrechner. In diesem kannst Du das gewünschte Verhältnis von Natriumhydroxid zu Kaliumhydroxid eingeben und erhältst eine genaue Angabe in Gramm.

Hierbei ist auch der KOH Reinheitsgrad anzugeben – das im Handel angebotene Kaliumhydroxid hat nicht immer die gleiche Reinheit.

Seifenrechner die Mischverseifung berechnen können:

Sorgfalt und Vorsicht beim Sieden von Naturseifen

Neben dem genauen Berechnen der erforderlichen Menge an Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid, solltest Du bei einer Mischverseifung noch vorsichtiger arbeiten. Insbesondere wenn Essig oder Zitronensäure mit im Spiel sind.

Wie immer gelten die üblichen Maßnahmen zur Sicherheit beim Seife sieden.

Achtung: Das Aufeinandertreffen von Lauge (NaOH/ KOH) und Säuren wie z.B. Essig- oder Zitronensäure kann zu heftigen Reaktionen führen. 

Daher Laugenflüssigkeit mit Säuren nur gut gekühlt verwenden oder – noch besser – vorher einfrieren.

Mischverseifung bei Salzseifen

Salz- und Soleseifen sind ideale Kandidaten für eine Mischverseifung. Sie werden von Natur aus sehr hart und tun sich beim Thema Schaumbildung recht schwer. Da ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht habe, siede ich mittlerweile alle meine Salz- und Soleseifen nur noch im Verhältnis 50:50 (NaOH:KOH).

Ich habe testweise eine Salzseife mit 100 g Salz auf 200 g GFM und einer Überfettung von 15 % gesiedet. Nach einer längeren Reifezeit von etwa 12 Wochen schäumt sie – für eine Salzseife – wirklich ordentlich.

Als Laugenflüssigkeit habe ich Essig genommen. Dieser soll den Schaum unterstützen und die Seife etwas härter machen.


Mischverseifung bei Haarseifen

Schaumberg voraus! Bei Seifen für den Körper kann ich auf Schaum zugunsten der Pflege auch mal verzichten, doch bei Haarseifen kann es gar nicht genug Schaum sein. Nicht zuletzt, damit das Waschen mit der Haarseife richtig gut funktioniert.

Meine Lieblings-Haarseife siede ich in einem Verhältnis von 70:30 mit einer Überfettung von 12 %. Als Laugenflüssigkeit habe ich auch hier wieder auf Apfelessig (naturtrüb) zurückgegriffen. Sie kommt mit nur 25 % Babassuöl als Schaumfett und ohne weitere „hart machende“ Zutaten aus.

Und sie schäumt wirklich ganz, ganz fantastisch! 😍

Hier findest Du Bilder von meiner Essig-Sonnen-Haarseife und der leicht abgewandelten Bier-Sonnen-Haarseife.


Mischverseifung bei hoher Überfettung

Ein weiteres, wenn auch etwas kniffeligeres Einsatzgebiet der Mischverseifung sind Seifen mit hoher Überfettung/ Unterlaugung. Eine hoch überfettete Seife mit 20 % ÜF schäumt sehr viel weniger als das gleiche Rezept mit nur 10 % ÜF.

Hierzu wurden in Seifensieder-Gruppen auch schon diverse Tests durchgeführt, die dies bestätigten.

Ich nutze gerne hoch überfettete Seifen zum Duschen möchte dabei aber dennoch gerne zumindest ein wenig Schaum haben. Und sei es nur zum leichteren Rasieren.

Ich teste daher aktuell verschiedene Rezepte mit 20 % Überfettung und 70:30 Mischverseifung. Da Seifen mit hoher Überfettung von Natur aus weicher sind, arbeite ich immer zum Ausgleich mit 2-3 % Milchsäure.

Dennoch bleiben die Seifen meist recht weich, brauchen lange Reifezeiten und verbrauchen sich ziemlich schnell. Hier ist also noch Luft nach oben.


Das bisher einzige für mich perfekte Rezept mit 20 % ÜF und 70:30 Mischverseifung ist meine Kaffee-Peeling-Seife (siehe Foto). Hier entsteht die Festigkeit durch die Kombination aus viel Kakaobutter und 2 % Milchsäure. Und hübsch ist sie außerdem. 😉

Hier einige Seifen-Rezepte :

Weitere mischverseifte Seifen von mir:

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Für Dich ändert sich nichts, wenn Du über einen meiner Partner-Links kaufst. Du unterstützt mich lediglich dabei, weitere Seifenformen zu testen. 😉

Seifenform „Chrysanthemen“ – Silikonform Blumen Teil 2/3

Es gibt Seifenformen, die sehen einfach immer toll aus! Und zwar so toll, dass ich sie nutze obwohl die fertige Seife irgendwie …. unpraktisch ist. So geht es mir mit der Seifenform „Chrysanthemen“.

Die fertige Seife macht optisch richtig was her und passt perfekt zu orientalischen, mystischen und verträumten Blumendüften.

ABER: Die fertige Seife liegt nicht wirklich gut in der Hand. Die Größe ist zwar meiner Meinung nach genau richtig, doch die vielen Spitzen sind etwas gewöhnungsbedürftig. Doch wer würde sich von so etwas schon abhalten lassen?

Hier also meine fertige Blumenseife „Chrysanthemen“:

Die Silikonform gehört zu einem sehr günstigen 3er Silikonformen-Set. Jede Form besteht aus jeweils zwei Chrysanthemen, zwei Sonnenblumen und zwei Blüten, die wie Gänseblümchen aussehen.

Insgesamt warten also achtzehn Mulden darauf, wunderschöne Blumenseifen entstehen zu lassen.

Hier findest Du meine Beschreibung der Seifenform „Sonnenblume“.

Seifenform Chrysanthemen: Mystisch wie aus 1001 Nacht!

Ich verbinde mit der besonderen Optik dieser Blumenform aus Silikon sofort etwas Mystisches oder auch Orientalisches. Schwere und exotische Parfümöle wie Marrakesch, Dragon Heart oder Soft cashmir silk (behawe.com) waren daher meine Wahl für die ersten Seifen in dieser Silikonform.

Bei den Inhaltsstoffen durfte es dann gerne ebenfalls etwas Luxuriöses sein: So wanderten unter anderem Arganöl, Babassuöl und Mangobutter in diese pflegenden Luxus-Naturseifen.

Lust auf einen echten Hingucker?
Hier kannst Du diese Seifenform auf Amazon* bestellen: https://amzn.to/3gnqQPZ

Seifenform „Chrysanthemen“ auf einen Blick

Die insgesamt sechs Chrysanthemen verteilen sich auf drei, recht dünne Silikonformen. Falls Du die befüllten Formen transportieren möchtest, bevor der Leim fest geworden ist, empfehle ich Dir dringend sie auf ein Tablett oder Ähnliches zu stellen. Ohne Unterlage sind sie sehr instabil.

Damit die filigranen Blütenblätter Deiner Blumenseifen perfekt aus der Form kommen, hier ein paar Tipps für ein leichteres Ausformen:

  1. Sehr flüssiger Seifenleim beim Befüllen der Formen
  2. Luftblasen vermeiden und „rausklopfen“
  3. Seifenrezept wählen, das harte Seifen hervorbringt
  4. Ggfs. mit Milchsäure oder Natriumlaktat nachhelfen
  5. Seife lange genug in der Form lassen (24-48 Stunden)
  6. Seife vor dem Ausformen für ein paar Stunden einfrieren

Größe & Gewicht der Chrysanthemen -Seifen

Wie bereits geschrieben sind diese Seifenformen nicht unbedingt die perfekten Handschmeichler. Das fertige Seifenstück hat dennoch eine gute Größe, die sich nicht zu schnell verbraucht.

Ich habe beim Befüllen mit 300 g Seifenleim (ohne Zusätze) vier Blumenseifen und zwei kleine Resteseifen herausbekommen.

Tipp: 
Wenn Du Dir bei einem neuen Rezept mit teuren Ölen unsicher bist, reduziere einfach die Gesamtfettmenge. Auch mit nur 200 g Seifenleim entstehen schöne Seifenstücke zum Testen.

Hier findest Du das 3er Silikonformen-Set auf Amazon*: https://amzn.to/3gnqQPZ

Falls Du zu den Sieder*innen gehörst, die es vor dem Kauf einer neuen Form ganz genau wissen möchten, wirf einfach einen Blick in die nachfolgende Liste:

  • Gewicht einer Chrysanthemen-Seife: ca. 85 g
  • Größe einer Chrysanthemen-Seife: ca. 7 cm Durchmesser & 3 cm Höhe
  • GFM zum Befüllen aller sechs Chrysanthemen: ca. 400 g (ohne Zusätze)
  • Größe der gesamten Silikonform: 17 x 28,5 x 3 cm
  • Material der Seifenformen: hitzebeständiges Silikon, lebensmittelecht
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Rezept: Kaffee-Peeling-Seife (DIY Kaffeeseife)

Kaffeeseife selber sieden mit Espresso und Kaffeepulver

Du hast Lust auf eine belebend duftende Kaffeeseife mit spürbarem Peeling-Effekt? Dann ist mein Rezept für Kaffee-Peeling-Seife vielleicht genau das richtige für Dich!

Dieses Seifenrezept ist für fortgeschrittene Anfänger geeignet, die bereits ein paar Seifen im Kaltverfahren (CP = Cold Process) gesiedet haben und mit den grundlegenden Arbeitsschritten gut vertraut sind.

Tipp:
Falls dies Deine allererste Seife werden soll, empfehle ich Dir zunächst einige ganz einfache Rezepte zu sieden. Im Seifenbar-Blog von Moja findest Du hierzu eine tolle Auswahl an Seifenrezepten für den Einstieg!

Kaffeeseife mit Seifenform „Kaffeebohne“

Für meine Kaffeeseife verwende ich ganz stilecht die dazu perfekt passende Seifenform „Kaffeebohne“. 😍

Hier findest Du die Seifenform auf Amazon*: https://amzn.to/3xOiXcP

Um zu testen, ob das Rezept das richtige für Dich ist, kannst Du natürlich auch jede andere Form verwenden. Nur auf allzu filigrane Formen würde ich bei diesem Rezept verzichten, da der Seifenleim durch das Kaffeepulver nicht ganz so flüssig ist.

Kaffee-Peeling-Seife: Pflege & Schaum

Meine Kaffee-Peeling-Seife ist durch die hochwertigen Öle und Buttern sowie die 20 % Überfettung intensiv pflegend und bietet gleichzeitig einen spürbaren Peeling-Effekt. Durch die Mischverseifung schäumt sie trotz hoher Überfettung recht schön. Sie ist jedoch kein Schaum-Wunder. Aber das muss sie auch nicht sein. 😉

Der Peeling-Effekt ist durch das von mir verwendete Espresso-Pulver nicht ganz ohne. Wenn Du eher empfindliche Haut hast, kannst Du einfach die Pulvermenge reduzieren und/oder zu feiner gemahlenem Kaffeepulver greifen.

Kaffee-Peeling-Seife: Besonderheiten

Zunächst brauchst Du für eine Kaffeeseife natürlich Kaffee!
Ich verwende starken Espresso, den ich in der Vorbereitung mit destilliertem Wasser gekocht habe. Zusätzlich kommen zwei bis drei Esslöffel Esspressopulver in den Seifenleim. Normales Kaffeepulver ist etwas feiner, sollte aber grundsätzlich genauso funktionieren.

Kaffeeseife sieden – Mischverseifung 70:30

Die Seife wird im Kaltverfahren mit Mischverseifung im Verhältnis 70:30 (NAOH:KOH) gesiedet. Falls Du noch nie eine Seife mischverseift hast, lies Dich vorher am besten kurz ein. Es ist kein Hexenwerk und im Grunde nicht viel komplizierter als das Sieden nur mit Ätznatron.

Wie immer beim Seife sieden, solltest Du auf Deine Sicherheit achten und natürlich Schutzkleidung tragen.

Zitronensäure in Seife: Tschüss Kalkflecken!

Darüber hinaus gebe ich bei der Kaffee-Peeling-Seife, wie bei fast allen meinen Seifen, Zitronensäure hinzu. Diese bildet durch die Reaktion mit NAOH einen leichten Entkalker welcher Kalklablagerungen im Waschbecken reduzieren soll. Meiner Erfahrung nach bringt es tatsächlich etwas.

Wichtig:
Bitte beachte meine Hinweise zur Herstellung der Seife weiter unten. Zitronensäure kann zu heftigen Reaktionen führen, sobald es auf das NAOH/ KOH trifft!

Kaffeeseife mit Milchsäure oder Natriumlaktat

Als letzte besondere Zutat gebe ich noch Milchsäure hinzu. Diese reagiert mit dem NAOH zu Natriumlaktat, das die Kaffee-Peeling-Seife spür- und sichtbar fester und glatter macht.

Das Problem bei der Mischverseifung ist nämlich, dass KOH eigentlich zur Herstellung von Schmierseife verwendet wird. Diese ist jedoch pastös/cremig und nicht wie ein festes Seifenstück. Die Milchsäure bzw. das Natriumlaktat gleicht den weichmachenden Effekt des KOH wieder aus.

Anstelle von Milchsäure, die in die Laugenflüssigkeit kommt und im Seifenrechner mit berechnet werden muss, kannst Du auch Natriumlaktat in den fertigen Seifenleim geben. Wenn Du beides weglässt kann es sein, dass die Seife zu weich wird.

Rezept: Kaffee-Peeling-Seife

Hier nun die Zusammensetzung meiner Kaffee-Peeling-Seife in Prozent. Bitte berechne die genauen Gramm-Angaben sowie die Menge des NAOH/ KOH mit einem geeigneten Seifenrechner. Ich nutze den von seifdichein.de – hier kannst Du Deine Rezepte auch gleich speichern.

Wichtig: Sowohl die Zitronensäure als auch die Milchsäure müssen mit berechnet werden! Sie verändern die benötigte Menge an NaOH und KOH. 

Laugenflüssigkeit

30% starker Espresso mit dest. Wasser – gefroren! (siehe Herstellung)

Öle & Buttern

Zusätze

  • 5% Zitronensäure*
  • 2% Milchsäure
  • 3% Duft: „Roasted Coffee“ (behawe)
  • ggfs. 2 TL Zucker (bei 400 g GFM)

Überfettung, Herstellungsart & Reifezeit

  • Kaltverfahren (Cold Process)
  • Mischverseifung mit 70% NaOH und 30% KOH
  • Überfettung/ Unterlaugung: 20%
  • Reifezeit: 8-12 Wochen

Kaffee-Peeling-Seife: Herstellung

Die Herstellung mit Kaffee als Laugenflüssigkeit, Mischverseifung und Zitronensäure ist nicht ganz ohne. Daher empfehle ich Dir, die folgenden Arbeitsschritte einzuhalten. Sie sorgen dafür, dass sich die Lauge nicht zu sehr aufheizt und Du in Ruhe arbeiten kannst.

Wenn Du bereits zu den erfahrenen Sieder*innen gehörst, weißt Du sicher selbst, wie Du am besten arbeitest. 😉

1. Vorbereitung für die perfekte Kaffeeseife

Einige Stunden bevor es ans Sieden geht, wird die Laugenflüssigkeit vorbereitet. Hierzu wird zunächst mit destilliertem Wasser starker Espresso gekocht. Mach einfach etwas mehr, als Du vermutlich brauchst, und wiege vom fertigen Espresso dann die benötigte Menge ab.

Tipp: Je stärker der Espresso, desto dunkler wird später die Seife. 

Lass den Kaffee etwas abkühlen und löse dann in der warmen (!) Flüssigkeit erst die Zitronensäure und dann, wenn Du magst, noch 2 TL Zucker (Menge für 400g GFM).

Danach gibst Du die Milchsäure hinzu, rührst kurz um und frierst die fertige Laugenflüssigkeit in Eiswürfelformen oder kleinen Seifenformen für ein paar Stunden im Gefrierfach ein.

Das Einfrieren ist sehr wichtig! Die Laugenflüssigkeit (LF) würde ansonsten durch das Aufeinandertreffen von Säuren und NaOH / KOH extrem heiß werden und durch den Kaffee fürchterlich stinken. 🤢

Tipp: Es macht nichts, wenn die gefrorene Laugenflüssigkeit einen Tag oder länger im Gefrierfach bleibt. Du kannst sie dann jederzeit verwenden. Damit es keine bösen Verwechslungen gibt, ist eine Beschriftung sinnvoll ... 

2. Abwiegen und Bereitstellen der Zutaten

Wenn die Eiswürfel gefroren sind und die Zeit zum Sieden Deiner Kaffee-Seife gekommen ist, bereitest Du Deinen Arbeitsplatz wie üblich vor: Alles abdecken, Öle und Buttern abwiegen, Kaffeepulver bereitstellen.

Nachdem Du die Schutzkleidung angezogen und das NAOH/ KOH abgewogen hast, geht es los:

  • Fülle die gefrorene Laugenflüssigkeit in den Messbecher*, dieser steht am besten in der Spüle in etwas kaltem Wasser.

  • Nun gibst Du zunächst das NAOH langsam unter Rühren dazu. Dieses schmilzt nach und nach die Eiswürfel. Der Gestank sollte sich in Grenzen halten, aber gut riecht es nicht … 😆

  • Sobald das NAOH gelöst ist, gibst Du das KOH vorsichtig hinzu und rührst nochmal langsam bis alles aufgelöst ist.

  • Als nächstes schmilzt Du wie gewohnt die festen Fette (Babassuöl und Kakaobutter). Sobald diese flüssig sind, kannst Du den Topf vom Herd nehmen und das Espresso-/ Kaffeepulver reinschütten. Lass das Pulver kurz in den warmen Ölen ziehen, bevor Du diese dann wieder wie gewohnt zu den flüssigen Ölen gibst.

  • Die nächsten Arbeitsschritte sind wieder wie gewohnt: Warten bis Lauge und Öle die passende Temperatur haben, Lauge durch ein Sieb zu den Ölen geben, kurz den Püri reinhalten, Duft hinzugeben, ggfs. Farbe/ Micas hinzufügen und dann den Seifenleim in die Formen füllen!
Tipps zu den "Goldadern" in meiner Seife sowie zu den Formen findest Du in meinem Artikel Seifenform "Kaffeebohne".

Viel Spaß mit Deiner Kaffee-Peeling-Seife!

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Seifenform „Biene“ – für süße Honigseifen

Es gibt Seifenzutaten, um die kommt man früher oder später einfach nicht mehr drum herum. Honig ist eine solche Zutat. Und was passt besser zu einer Honigseife, als eine tolle Seifenform mit einer süßen Biene drauf? 😉

Diese Silikonform gab es im 2er Pack mit je sechs Mulden. Es gibt weitere, ähnliche Formen mit niedlichem Bienen-Motiv, unter anderem welche in Form einer Bienenwabe bzw. eines Sechsecks. Ich habe mich jedoch bewusst für die runde Variante entscheiden.

Der Grund? Eckige Seifen sehen zwar toll aus, fassen sich aber nicht besonders angenehm an. Diese Erfahrung musste ich leider bei einigen Blütenformen machen, die ich hier demnächst auch noch vorstellen werde.

Seifenform „Biene“ – klein, fein, praktisch

Honigseifen sind ein bisschen anspruchsvoller und erfordern Erfahrung beim Sieden, da sich der Seifenleim stark aufheizen kann. Insbesondere, wenn man Milch als Laugenflüssigkeit verwendet. Aber der Aufwand lohnt sich: Eine Milch-Honig-Seife hat ganz tolle pflegende Eigenschaften und schäumt meist hervorragend!

Einsatzmenge von Honig:
In der Regel werden 5-15% Honig (bezogen auf die GFM) verwendet. Maximal sollten es 25% sein. Je mehr Honig verwendet wird, desto weicher wird die fertige Seife. Dies sollte bei der Rezeptauswahl berücksichtigt und ggfs. durch Zusätze wie Salz ausgeglichen werden.

Um das Aufheizen unter Kontrolle zu halten sollten Honigseifen nicht isoliert, sondern kühl gestellt werden. Einzelformen, wie die Seifenform „Biene“ sind auf jeden Fall sinnvoller als Blockformen.

Der Vorteil bei den Bienen-Einzelformen ist die geringe Füllmenge je Form. So genügte es bei meiner Milch-Honig-Seife sie über Nacht in den kühlen Wintergarten zu stellen. Zwischendrin habe ich mit dem Thermometer nachgemessen – trotz Einzelformen wurde sie innen bis zu 65°C warm.

Einige Sieder*innen nutzen auch Kühlakkus, die sie unter die Seife legen oder sie verfrachten die frisch befüllte Form kurzerhand in den Kühlschrank. Wichtig ist auf jeden Fall die Seife im Auge zu behalten, damit man im Zweifelsfall die Kühlung verstärken kann. Denn bei zu hoher Hitze leiden die guten Inhaltsstoffe des Honigs und die Seife kann sogar verbrennen.

Dein Honigseifenrezept ist fertig aber Du brauchst noch eine passende Form? Hier findest Du die Seifenform „Biene“ bei Amazon*: https://amzn.to/3zXq5WT

Seifenform „Biene“ auf einen Blick

Das Set besteht aus zwei identischen Silikonformen, die jeweils sechs Mulden für die Bienenseifen enthalten. Die Seifenform „Biene“ ist etwas kleiner als zum Beispiel die Seifenform „Steine“ oder die Seifenform „Spirale“ – und zwar sowohl die Formen insgesamt als auch die Mulden für die Seifen.

Aufgrund der geringeren Größe habe ich 10 Honigseifen mit nur 300 g Gesamtfettmenge (GFM) erhalten. Für die Füllung aller 12 Seifenformen benötigst Du also etwa 360 g GFM.

Damit die Details der Bienen sauber ausgefüllt werden, sollte der Seifenleim beim Einfüllen noch möglichst flüssig sein. Ansonsten kann es passieren, dass einzelne Details fehlen. Bei meinen „Bienen“ ist es für den ersten Versuch schon ganz gut geworden.

Das Ausformen habe ich mir erleichtert, indem ich die Silikonformen vorher für ein paar Stunden eingefroren habe. 😉

Größe & Gewicht der Bienen-Seifen

Aufgrund der geringeren Größe eignen sich die fertigen Seifen meiner Meinung nach besonders gut zum Händewaschen. Für den Einsatz in der Dusche sind Seifensäckchen aus Sisal* ideal, damit das kleine Seifenstück nicht aus den Händen flutscht.

Für eine bessere Vorstellung der Größe, habe ich meine fertigen Honigseifen für Dich nachgemessen und gewogen:

  • Gewicht einer Honigseife: ca. 35-42 g
  • Größe einer Honigseife: ca. 5,5 cm Durchmesser und ca. 1,6-1,8 cm Höhe
  • GFM zum Befüllen aller 12 Bienenformen: ca. 360 g (ohne Zusätze)
  • Größe der gesamten Silikonform: 21 x 14 x 2 cm
  • Material der Seifenformen: hitzebeständiges Silikon, lebensmittelecht

Hier der Link zur Form auf Amazon*: https://amzn.to/3zXq5WT

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